Gewöhnlicher Teufelsabbiss

Succisa pratensis (Moench, 1794)

Die Teufelsabbiss hat seit jeher die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich gezogen. Die Menschen glaubten, dass er unglaubliche Kräfte besaß, die er vor allem in seinen Wurzeln bewahrte. Der Teufel aber wollte die Menschen dieser Heilkraft berauben, biss alle Wurzeln ab und ließ sie verrotten. Der Name bezieht sich also auf die Form des Wurzelstocks der Pflanze, der unten allmählich abstirbt und aussieht, als sei er abgebissen worden. Der Teufelsname im Namen der Pflanze ist noch in vielen Sprachen erhalten – tschechisch Čertkus, englisch Devil’s bit Scabious, lateinisch Morsus diaboli.

Wozu haben die Menschen den Teufelsabbiss benutzt?

Teufelsabbiss wird seit dem Mittelalter in der Volksmedizin verwendet. Die Menschen nutzten es zur Behandlung zahlreicher Beschwerden: Atemwegserkrankungen (Asthma, Tuberkulose, Rippenfellentzündung), Stoffwechselstörungen (Rheuma, Gicht), Hauterkrankungen (Geschwüre, Warzen) oder Epilepsie. Es wurde auch wegen seiner antiseptischen Eigenschaften und seiner Fähigkeit, die Wundheilung zu beschleunigen, verwendet.

Jacobus Theodorus, genannt Tabernaemontanus, mittelalterlicher Arzt, Kräuterkundler und Begründer der “Deutschen Botanik”, gibt in seinem Buch “Neu Vollkommen Kräuter Buch” folgendes Rezept für den Trank an: “Zuerst die Pflanze waschen, putzen und in feine Stücke schneiden. In ein Gefäß geben und mit gutem Weißwein aufgießen. Verschließen Sie den Behälter und stellen Sie ihn in einen Topf mit kochendem Wasser. Nach einigen Stunden das Gefäß herausnehmen, abkühlen lassen und den Trank durch ein Tuch filtern. Dem Patienten morgens und abends verabreichen”.

Und was sagt die heutige Medizin dazu?

Die Pflanzenarten der Familie der Dipsacaceae, zu denen die Gewöhnlicher Teufelsabbiss​, enthalten Verbindungen aus den Gruppen der Phenolglykoside und Iridoide, die sich in vielerlei Hinsicht positiv auf den menschlichen Körper auswirken. Besonders hervorzuheben sind die neuro- oder kardio-protektiven Eigenschaften oder die krebshemmende Wirkung (Osteosarkom, Melanom und Luekämie). Signifikante antimikrobielle Eigenschaften wurden bei Mädesüß direkt nachgewiesen.

Wie sieht der Teufelsabbiss eigentlich aus?

Gewöhnlicher Teufelsabbiss ist ein relativ robustes, mehrjähriges Kraut. Normalerweise wird sie etwa 50 cm hoch, aber an optimalen Standorten können wir Pflanzen finden, die höher als 1 m sind. Sie hat einen geraden Stiel, der aus der Grundblattrosette wächst und sich nur im oberen Drittel verzweigt. Die unteren Blätter und die Laubblätter sind gestielt, lanzettlich, bis zu 20 cm lang und am Rand gezähnt. Die oberen Laubblätter sind sitzend und behaart. Der Hornstein beginnt im Spätsommer zu blühen. Die Blüten sind bläulich-violett gefärbt und stehen in kugelförmigen Staubblättern an langen Stielen. Zu Beginn der Blütezeit bildet die Blüte auffällige rosa Staubbeutel aus. 

Wo wächst der Teufelsabbiss und warum interessiert uns das?

Certcus sucht mäßig feuchte bis nasse Wiesen, Weiden, Waldränder und Gebüsche auf, am häufigsten in MolinionGemeinschaften, aber auch in ärmerem Deschampsion oder feuchtem und armen Nardetum. In den letzten Jahrzehnten wurde seine Verbreitung durch konventionelle landwirtschaftliche Praktiken, die mit Entwässerung und Düngung verbunden sind, negativ beeinflusst. Chertkus ist die einzige Nahrungspflanze für die Raupen der Braunen Krätze. Ohne seine Anwesenheit auf der Wiese kann sich dieser Schmetterling nicht erfolgreich vermehren. Da er erst im Spätsommer blüht, ist er eine Nektarquelle für viele andere Schmetterlingsarten und verschiedene Insekten.

Wo ist Gewöhnlicher Teufelsabbiss zu Hause?

Teufelsabbiss wächst von Westsibirien über den Kaukasus und Europa bis nach Island. Sie kommt jedoch weder im südlichsten noch im nördlichsten Teil Europas vor.  In Böhmen und Bayern ist sie über das gesamte Gebiet verstreut, vor allem in den Hügeln und im Vorgebirge. Selbst hier ist sie in den wärmsten und kältesten Gebieten nicht zu finden.

  • Ausbreitung in Böhmen
  • Ausbreitung in Bayern

Autor von Texten und Fotos:

  • Erika Smrtová

Verwendete Ressourcen:

  • Justyna Kukuła J., Witkowska-Banaszczak E. (2014): Rośliny lecznicze z rodziny Dipsacaceae. Postępy Fitoterapii 4. pp. 232-238.
  • Theodorus J., Bauhin H. (1687): Neu Vollkommen Kräuter Buch. Basel, Brandmyller. pp. 452 –453.
  • Slavík B. [ed.] (1997): Květena České republiky. Sv. 5. Praha: Academia.
  • https://botany.cz/cs/succisa-pratensis/

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